Die Fertigung der Bronzeskulpturen im Wachsausschmelzverfahren

Das Modell

Am Anfang steht ein von Walter Wenzl geschaffenes Modell, welches in Bronze gegossen werden soll. Es kann aus verschiedenen Materialien bestehen. So werden Walter Wenzl's Kleinplastiken meistens aus Modellbau-Kunststoff geformt oder geschnitzt.

Die Silikonform

Der Former umgibt die Skulptur/Plastik von Walter Wenzl mit Silikon. Das ermöglicht der Silikonform, nachdem sie erstarrt ist, eine haargenaue Wiedergabe der Modelloberfläche. Ist das Modell sehr kompliziert aufgebaut, muss es unter Umständen vorher behutsam zertrennt werden, um mehrere Teilformen herstellen zu können.

Das Wachsmodell

Die Silikon-Negativ-Form wird nun mit flüssigem Wachs betupft. Die erste Wachsschicht muss sehr sorgfältig aufgebracht werden, damit sich beim Eingießen weiteren Wachses keine Luftblasen bilden.

Nach der Abkühlung werden die beiden Formteile wieder zusammengefügt, und weiteres Wachs wird in den Hohlraum gegossen. Ist die Wachsschicht nun ca. 4 – 5 cm dick, wird das restliche flüssige Wachs ausgegossen. So bleibt das Modell innen hohl. Dieser Hohlraum wird mit flüssigem Schamott gefüllt, der nach dem Erkalten einen festen Kern bildet. Der Kern gibt dem Wachsmodell die nötige Stabilität und schützt es vor Verformung. Ist alles getrocknet und fest, wird der Gips-Silikonmantel geöffnet und die Wachsnachbildung des Modells entnommen. War das Modell vorher in mehrere Formen zerteilt worden, so müssen diese Teile nun wieder zusammengefügt werden.

Die Gusskanäle

Nachdem das Wachsmodell noch einmal in aller Feinheit überarbeitet worden ist, werden um das Modell herum viele Pfeifen oder Gusskanäle angesetzt. Diese sollen später als Eingänge für das flüssige Metall und Ausgänge für die entweichende Luft dienen.

Der Schamottemantel

Das Wachsmodell mit all seinen Eingüssen (Pfeifen) wird jetzt vorsichtig mit flüssiger Schamott- Gipsmischung überzogen, bis das Wachsmodell völlig unter dem Schamott verschwunden ist. Um das Ganze wird dann ein fester Zylinder gebaut und mit flüssigem Schamott aufgefüllt. Das soll verhindern, dass der Schamottmantel unter Gewicht und Temperatur der eingießenden flüssigen Bronze platzt.

Das Ausschmelzen

Die durchgetrocknete Schamotteform wird im Ofen erhitzt, bis das Wachs in ihrem Inneren ausschmilzt, verdampft und verbrennt. Im Schamottezylinder ist nun alles das hohl, was vorher Wachs war, nämlich das Modell und die Gusskanäle rundherum. Von diesem Vorgang hat das ganze Verfahren den Namen „Wachsausschmelzverfahren“.

Der Bronzeguss

Jetzt werden die Skulpturen von Walter Wenzl in Bronze gegossen. Die flüssige rotglühende Bronze, eine Metalllegierung, die im Wesentlichen aus etwa 9% Kupfer und 10% Zinn besteht, wird in den hohlen Schamottemantel gegossen. Die Luft entweicht durch die Luftkanäle und das Gussstück muss langsam auskühlen. Nachdem erstarren der Bronze wird der Schamottemantel zerschlagen (Verlorene Form) und Stege oder Pfeifen werden abgesägt.

Das Ziselieren

Nun hat der Ziseleur die Aufgabe, Ansätze von Gusskanälen und Stegen, Fehler, Luftblasen und andere Unebenheiten zu beseitigen. Der Designer und Bildhauer Walter Wenzl legt ebenfalls Hand an und legt großen Wert darauf, dass seine Bronzeskulpturen mit dem Stichel nachgezogen werden, die Oberflächen glänzend poliert werden und teils mit dem Stichel so aufgeraut werden, sodass das Licht matt darüber streifen kann.

Das Patinieren

Beim Patinieren wirken verschiedene Chemikalien auf die Bronzeoberfläche ein. Die Farbskala der Patina reicht vom Bronzeton über die verschiedensten Braun- und Grüntöne bis zum Schwarz. Die Methoden und Techniken sind ein gut gehütetes Geheimnis der Gießerei. Ganz zuletzt kann die Bronze noch gewachst oder mit einer Schutzoberfläche versehen werden.

Jeder Kunstfreund sollte bei der Betrachtung von Walter Wenzl’s Bronzeskulpturen bedenken, welche Arbeitsgänge und wie viel Feinarbeit jedes Stück bis zu einer Vollendung erfordert. Nur so kann er den wirklichen Wert einer Bronzeskulptur oder Bronzeplastik erkennen.